Sonntag, 25. März 2007

Take Away Food – scheinbar keine alltägliche Sache in China

Wenn man jeden Abend in Restaurants isst, dann hat man irgendwann auch mal wieder das Verlangen, schön gemütlich zu Hause in familiärer Atmosphäre zu essen. Das haben wir uns gestern gedacht, nachdem wir ja auch den ganzen Tag unterwegs waren. Also sind wir ins chinesische Heji Restaurant, um uns ein wenig mit Essen einzudecken. Schnell konnten wir verständlich machen, dass wir keinen Tisch wollten, sondern Essen zum Mitnehmen.

Das erste Problem trat mit der Rechnung auf, die 5 Euro zu hoch war. Das lag daran, dass Angebote für Speisen, die auf Plakaten billiger ausgewiesen sind, nicht für Take-Away gelten. Unsere Shrimps sollten also 8,80 Euro anstatt 3,80 Euro kosten. Da waren wir ziemlich empört und haben uns beschwert. Auf einmal war große Aufregung an der Theke, wo sich fast das ganze Personal versammelte, tuschelte, kicherte und uns immer wieder verstohlene Blicke zu warf. So ganz wohl fühlten wir uns da nicht.

Dann kam eine Kellnerin, die leere Tüten und eine Pappbox auf unseren Tisch stellte. Nach und nach kamen dann unsere bestellten Speisen – alle so auf Tellern angerichtet, als würden wir sie dort essen. Es kam dann jeweils eine Kellnerin, die dann das jeweilige Gericht vom Teller in eine Plastiktüte schüttete. Oben wurde dann ein Knoten gemacht und die Tüten wurden dann in die Pappbox gestellt. Wirklich ein interessanter Prozess für Essen zum Mitnehmen – und sehr appetitlich. Da bekommt man richtig Lust auf sein Essen.

Am Ende war die Sache mit der zu hohen Rechnung noch immer nicht geklärt. Geld haben wir nicht wieder bekommen, dafür gab es als kleine Entschädigung noch einen Obstteller zum dort essen.

Zhou Zhuang – Das kleine Venedig in China

Zhou Zhuang ist eine kleine Wasserstadt mit vielen Flüsschen, Brücken und kleinen Gässchen westlich von Shanghai. Genau dort sind wir gestern hin gefahren, um endlich mal der Großstadt zu entkommen. Wir hatten eine organisierte Tour gebucht und hatten Glück, denn wir waren eine kleine Gruppe von 4 Leuten und einer Reiseführerin. Das war sehr angenehm. Die Fahrt dorthin dauerte ca. eine Stunde. In der Stadt angekommen haben wir erst 2 antike Wohnhäuser besichtigt. Das erste hieß Zhang’s house und wurde zwischen 1436 und 1446 erbaut, das zweite war das Shen’s house und 1742 erbaut. Danach wurden wir mit einem kleinen Boot durch die Kanäle gefahren und dazu hat unsere Bootsfahrerin für ein Trinkgeld von 2 Euro noch ein paar Liedchen zum Besten gegeben (nach dem ersten Lied hat Henning mich gefragt, wie viel wir wohl zahlen müssen, damit sie wieder aufhört!). Henning hat sich dann auch noch am Steuer versucht, war jedoch ganz enttäuscht, weil er nicht alleine steuern durfte. Die stolze Bootsdame hat das Ruder nicht ganz aus der Hand gegeben und Henning durfte nur mal mit anfassen, was dieser verständlicherweise nicht so aufregend fand.

Alles in allem war es ein sehr schöner Ausflug. Wie hätten uns allerdings ein bisschen mehr Zeit gewünscht, um noch ein wenig in den kleinen Gässchen zu bummeln. Leider hatte unsere Reiseführerin andere Pläne und so ging es nach 1,5 Sunden Aufenthalt in Zhou Zhuang wieder zurück in die Großstadt.

Raus aus der Großstadt...

Zhou Zhuang Water Village

Acrobatic Show Huangpu Sensation


Am Samstag Abend hatten wir Tickets für die Acrobatic Show Huangpu Sensation. Diese Show hat schon einige internationale Preise gewonnen und ist populär in der ganzen Welt. Wir hatten vorher nicht allzu hohe Erwartungen, da im Lonely Planet gesagt wurde, die Show wäre zwar gut, aber nicht sonderlich lang. Wir wurden dann allerdings positiv überrascht. Die Show dauerte 90 Minuten ohne Pause und die Akrobatik, die dort gezeigt wurde, war wirklich sensationell. Das Preis-Leistungsverhältnis war unheimlich gut für eine sehr professionelle Show, die bei der Verabschiedung doch eher an eine Schulaufführung erinnerte...alle Künstler kamen mit ihren bunten Kostümen gleichzeitig auf die Bühne, ein kurzes Winken und das wars. Vorhang zu, kein Erneutes auf die Bühne kommen – nichts. Sofort haben alle Leute den Saal verlassen, als hätten sie nicht gerade eine Weltklasse Akrobatikshow besucht, sondern eine Vorlesung in der Uni.

Es gab insgesamt 17 verschiedene Auftritte, die von den wohl bekannten „Gummikindern“ (Mädchen, die ihre Körper auf unglaubliche Weise verbiegen können) über Stunts und Saltos in mehr als 10 Metern Höhe bis hin zu Jongleuren und Tänzern gingen - eine wirklich beeindruckende Show. Sehr lustig war, als die „Messerwerfer“ aus dem Publikum einen Freiwilligen suchten, der sich vorne an die Wand stellen sollte. Wie es dann ja immer so ist, kam der Typ natürlich auf uns zu und wollte Henning gerne nach vorne bringen, doch der hat sich vehement gewährt. Er war sich nicht sicher, ob der Künstler es wirklich durchziehen würde, mit Messern auf ihn zu werfen – denn hey...wir sind ja hier in China!!! Da weiß man nie!!! Nicht mal das auffordernde Klatschen des Publikums konnte Henning überzeugen. Allerdings muss ich sagen, dass auch ich noch etwas länger was von meinem Freund haben möchte und auch seine Hand nicht losgelassen hätte ;-) Sie haben dann einen anderen „Dummen“ gefunden und es wurde auch nicht wirklich mit Messern auf ihn geworfen. Dem Typ wurde ein Mantel über den Kopf gelegt und es wurde nur so getan als ob - also alles nur eine kleine Showeinlage. Kaum zu glauben: Es gibt also auch hier in China Dinge, die aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden.

Sonntag, 18. März 2007

Hier ein paar neue Rezepte und Ideen direkt aus China

Leckereien in China


Shanghai hinter den Kulissen

Impressionen aus China

Oooops, I did it again...


...zwar nicht mit diesem, sondern mit einem anderen Song der guten Britney Spears...ja genau: KARAOKE. Nachdem ich bei meinem ersten und letzten Mal Karaoke auf der wunderschönen Tonganischen Insel Vava’u mit meiner lieben Tini eine ausgezeichnete Performance mit „She’s got the look“ von Roxette hingelegt habe, hatte ich geschworen, nie wieder Karaoke zu singen. Aber was soll man tun in einem Land, in dem alle extremst Karaoke begeistert sind und auch noch der Mitarbeiterausflug meines Freundes ein Karaoke-Dinner ist?

Wir waren ca. 10 Leute, hatten einen Karaoke-Raum für uns und „durften“ dort den ganzen Abend singen. Henning war ganz schlau und hat seine erste Performance gleich am Anfang hingelegt (er hat uns mit "Country Road" von Jonny Denver beglueckt), als noch nicht alle da waren, um dann später sagen zu können: „Ich hab schon gesungen...jetzt bist Du dran, Kiki!“

Ganz super, ich mit meiner wunderschönen Singstimme...naja, nachdem ich mir dann versichern lassen hab, dass Henning mich auch nach meiner Performanz noch genauso gern hat und ich auch schon ein bis zwei Bierchen intus hatte, hab ich mich dann für Britney mit „Baby, hit me one more time“ entschieden – und es klang grausam...aber irgendwie hab ich Freude daran gefunden, andere mit meinem Gesang zu quälen und hab dann gleich mit „Hot stuff“ von Gloria Gaynor noch einen drauf gesetzt. Henning hat dann noch "Hotel California" zum Besten gegeben und zu guter letzt haben Henning und ich dann noch mit „I will survive“ ein super Duett hingelegt ;-)

Es war ein sehr interessanter und auch lustiger Abend, vor allem als Henning sich dann mit einem chinesischen Lied versucht hat. Nur die Chinesen fanden dieses nicht so lustig. Sie nehmen Karaoke im allgemeinen ziemlich ernst und lachen nicht über sich selbst, wenn sie singen. Mann muss aber auch dazu sagen, dass sie im allgemeinen sehr gute Stimmen hatten und ihr Gesang wirklich gut klang, außer wenn sie englische Lieder gesungen haben.

Mittwoch, 14. März 2007

Yoga


Ich war heute zum ersten mal beim Yoga. Die Lehrerin kam aus Indien und hat zum Glück alle Anweisungen in Englisch gegeben. Es waren ca. 15 Chinesinnen in dem Kurs - und ich. Alle haben mich ganz ineressiert angesehen - aber zum Glück nur vor dem Kurs. Während der Übungen waren alle sehr auf sich selbst konzentriert und das war auch gut so, denn so konnte niemand sehen, wie ungelenkig ich bin. Ich muss ehrlich zugeben, ich war selbst etwas erschrocken darüber :-) Aber wer von Euch kann schon im Sitzen die Beine ausstrecken und dann den Kopf auf die Knie legen? Ich hab auf jeden Fall mein Bestes gegeben und gefallen hat mir meine erste Yoga Stunde schon. Ich hab ja jetzt noch 2,5 Wochen Zeit zum üben ;-)

Dienstag, 13. März 2007

Ein sehr schönes Erlebnis hier in China...



Gestern waren wir in einem Seafood Restaurant essen, in dem es nicht mal eine englische Karte gab. Dafür war aber jedes Gericht, sowie Aquarien mit Fischen zum aussuchen, um die Küche herum ausgestellt.

Wir haben leckere Dumblings und Garnelen mit Brokkoli gegessen. Während unseres Essens lief die ganze Zeit sehr schöne chinesische Musik und wir haben überlegt, dass wir sehr gerne wüssten, wie die CD heißt. Schwierig herauszufinden in einem Restaurant, in dem niemand englisch spricht! Ich bin dann nach vorne gegangen und hab gefragt ob hier irgend jemand englisch spricht. Es standen dann innerhalb kürzester Zeit fünf Chinesinnen um mich herum und keine verstand mich. Doch dann kam die Sechste und mit Zeichen konnte ich verständlich machen, dass mir die Musik gut gefällt und sie mir aufschreiben solle, wer das ist. Sie hat dann den anderen übersetzt, was ich möchte und alle haben sich sehr gefreut und mich angelacht. Die Sechste verschwand dann nach oben und nach kurzer Zeit ging die Musik aus und es wurde etwas anderes gespielt...die gute Frau tauchte erst mal nicht mehr auf... da war ich völlig verwirrt und fühlte mich ganz missverstanden...dachten die jetzt, dass ich die Musik nicht mag und andere hören möchte? Hilflos schaute ich zu Henning, der mich ganz breit angrinste!!!

Nach längerem Warten kam dann die Chinesin mit der CD in der Hand, suchte das Cover ab und lief dann mit der CD nach draußen, wo sich „zufällig“ genau vor dem Restaurant ein illegaler DVD-Dealer aufhielt...(so illegal war der gar nicht – als wir da neulich DVD’s gekauft haben kam die Polizei vorbei; der Dealer verteilte ein paar Zigaretten und gut war die Sache!) nun waren wir beide verwirrt....wollte sie die CD nun brennen? Wir wollten doch nur wissen, wer der Interpret ist...scheinbar erfolglos kam die Kellnerin wieder rein, sprach kurz mit dem Manager und dann haben sie uns die CD geschenkt...Ist das nicht herzlich? Wir haben uns total gefreut...

Sonntag, 11. März 2007

Century Park



Heute habe ich zum ersten mal gesehen, dass es in Shanghai tatsächlich auch mal blauen Himmel gibt. Die Sonne hat geschienen und der Tag begann mit einem leckeren Früstück im Starbucks. Dann sind wir mit der Metro zum Century Park gefahren, den ich auf der Suche des franz. Supermarktes letzte Woche entdeckt hatte - ein schönes Stück Grün mit einem großen Teich in der Mitte...eine kleine Oase in der Großstadt. Weiterhin haben wir in dem Park noch einen kleinen Vergnügungspark entdeckt - der Sicherheit der Fahrgeschäfte haben wir allerdings nicht getraut. Wir sind dann dort ein bisschen spazieren gewesen und auf dem Rückweg haben wir festgestellt, dass der Park gar nicht weit von unserem Apartment liegt und man da ganz easy peasy zu Fuß hin gehen kann.

People's Square, Renmin Park und Altstadt

Fotos von der Stadterkundung


Donnerstag, 8. März 2007

Mittwoch, 7. März 2007

Jin Mao Tower

Henning und ich lassen es uns hier richtig gut gehen. Gestern waren wir im Jin-Mao Tower zum Abendessen - das ist das (bis jetzt noch) höchste Gebäude in Shanghai und laut Lonely Planet mit seinen 420,5 Metern das vierthöchtste der Welt. Wir waren im italienischen Restaurant im 56. Stock (es gibt 88 Stockwerke) und hatten einen Fensterplatz. Das war ein traumhafter Blick über die Stadt und das Essen war ebenfalls absolut lecker.

Das Gebäude ist vom 54. bis zum 88. Stockwerk innen hohl und wenn man da von oben herunter schaut wird einem absolut schwindelig. Im Fotoalbum "Stroll durch Pudong" findet ihr davon ein Bild.

Montag, 5. März 2007

Ein etwas anderes Restaurant-Erlebnis – Prinzessin Kiki und Prinz Henning werden zu Tisch gebeten

„Noble Seafood“ war das erwählte Restaurant für den Abend. Wir kamen in den Komplex, in dem es zwei Restaurants gab. Eine Chinesin kommt gleich auf uns zu; wir geben zu verstehen, dass wir einen Tisch für 2 möchten. Dann begleitet sie uns in den Fahrstuhl. Vor dem Fahrstuhl warten schon 2 weitere Bedienstete und bitten uns herein...aber wo rein eigentlich? Tische? Keine gesichtet. Sie bitten uns, auf der Couch zu warten...Henning, ganz relaxed (hat ja auch schon einige seltsame Dinge in den letzten 7 Wochen hier erlebt) – Kiki, weniger relaxed und etwas beunruhigt, was wohl kommen mag.


Es öffnet sich eine Tür und siehe da...wir bekommen nicht nur einen Tisch für Zwei, sondern gleich einen ganzen Raum für uns. In der Mitte thront der Tisch, der locker für sechs Personen gereicht hätte, eingedeckt für zwei. In der einen Raumecke eine Tür zum eigenen Bad und gleichzeitig bekamen wir noch 3 Bedienstete an die Hand. Gut, als wir dann die Karte bekommen haben, wich der Kellner uns nicht mehr von der Seite. Kiki – nervös, weil sie sich so schnell nicht entscheiden kann und sich völlig unter Druck gesetzt fühlt, Henning wieder ganz relaxed. Das Essen war sehr gut, die Kellner eher anstrengend. Das Weinglass wurde nur ca. 2 Fingerbreit eingeschenkt und fast nach jedem Schluck nachgeschenkt. Ähnlich war das auch mit den Wasser- und Teegläsern. Als dann der Kellner zu Henning ankam und seinen Teller hoch hob, wollte dieser schon protestieren, weil da ja noch Essen drauf war -aber es wurde nur der Unterteller weggenommen, weil da ein bisschen Kruste von den Shrimps drauf lag.

Das war ein ausgesprochen leckeres Essen in einer anderen, interessanten Atmosphäre, allerdings doch auch etwas anstrengend...und so 100% wohl haben wir uns nicht gefühlt. Wir sind wohl doch keine zwei Königskinder.

Samstag, 3. März 2007

Lotus Supercenter

Fotos vom Shopping im Lotus Supercenter

Einkaufen in Shanghai

Mein erster Tag in Shanghai und schon das erste Erlebnis: Der Supermarkt „Lotus Supercenter“! Tausend Produkte, von denen man noch nicht mal erahnen kann, was es ist. Ja ja, da kann man schon einige Zeit verbringen. Sehr interessant die Fleischabteilung, in der man dann komplette Hühner (mit Kopf und allem!) gebraten findet. Noch besser die Seafood Abteilung, in der man Aquarien mit Kröten, Schildkröten und allerlei anderer Fische findet (man kann sich dann auch den Geruch so ungefähr vorstellen ;-)...)

Sehr angenehm dagegen die Obst- und Gemüseabteilung mit einem großen Angebot an exotischen Früchten :-).

Naja, wir haben alles gefunden, was wir brauchten – ausser Butter oder Margarine scheint es hier nicht zu geben...stehen wohl nicht so auf Butterstullen, die Chinesen. Schwierig es ist allerdings, wenn man etwas über die Inhaltsstoffe erfahren möchte...also ist bloßes Vertrauen in die Chinesen angesagt – was offensichtlich nicht gerade leicht fällt ;-).